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mal anders – die Genuss-Manufaktur
Rotgerberstraße 5, 17489 Greifswald
17:30 Uhr
Eintritt frei
SICHTBARE verbindet die Geschichten polnischer Frauen, die ihr Leben zwischen Herkunft und neuer Heimat gestalten. Im Mittelpunkt der Lesung stehen Texte aus der zweisprachigen Anthologie Lepiej. Opowieści emigrantek (Besser. Geschichten von Emigrantinnen), die 2025 im KLAK Verlag erschienen ist. Sieben Autorinnen erzählen von Migration, Identität und Selbstbestimmung – und von der Frage, was es bedeutet, sich selbst eine Stimme zu geben und sichtbar zu werden. Ihre Texte eröffnen persönliche und zugleich gesellschaftliche Perspektiven auf das Leben polnischer Frauen in Berlin.
Im anschließenden Gespräch mit Beata Zuzanna Borawska geht es um die Erfahrungen und Themen hinter den Texten: um weibliches Schreiben, Migration, Zugehörigkeit und Sichtbarkeit. Wie verändert Migration den Blick auf sich selbst und die Welt? Was bedeutet es, die eigene Geschichte zu erzählen? Und welche Kraft kann darin liegen, sichtbar zu werden?
Moderation: Dr. Anna Mróz
Die Lesung und das Gespräch geben Einblick in ein literarisches und künstlerisches Projekt, das persönliche Erfahrungen mit Fragen gesellschaftlicher Teilhabe und weiblicher Selbstbestimmung verbindet. Zugleich steht es für eine Geschichtsschreibung aus weiblicher Perspektive – für eine Herstory, in der Frauen ihre eigenen Geschichten erzählen und ihre Stimmen selbst sichtbar machen.
Beata Zuzanna Borawska ist Autorin, Kulturvermittlerin und Leiterin des Klubs der wunderbaren Frauen in Berlin. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit weiblichem Schreiben, Identität, Migration und den persönlichen Geschichten von Frauen. Sie schafft Räume für Austausch und Erzählung und ermutigt Frauen, ihre eigenen Erfahrungen in Worte zu fassen und ihre Perspektiven sichtbar zu machen.
Dr. Anna Mróz ist Sprachwissenschaftlerin und Expertin für Mehrsprachigkeit. In ihrer Arbeit beschäftigt sie sich mit Sprache, Identität und den besonderen Erfahrungen mehrsprachig lebender Menschen. Dabei interessiert sie besonders, wie Sprache unsere Wahrnehmung, unsere Beziehungen und unser Gefühl von Zugehörigkeit prägt.
Begleitend zur Lesung wird im Kulturschaufenster eine Ausstellung gezeigt, die sich mit weiblicher Kreativität, Migration und Selbstbestimmung auseinandersetzt. Fotografie und Collage treten dabei in einen eigenständigen Dialog mit den literarischen Texten. Zu den Texten der sieben Autorinnen schuf Agnieszka Karaś analoge Collagen, die weit über eine bloße Illustration hinausgehen. Sie sind integraler Bestandteil des Buchprojekts und verbinden Wort und Bild, Sprache und Geste auf eigenständige Weise. Die fotografischen Porträts entstanden im Rahmen einer gemeinsamen Fotosession von Karolina Bąk mit den Autorinnen, unterstützt von Agnieszka Ogrodniczak (Make-up) und Aneta Jenis Dolega (Produktion). Die Fotografien machen den Charakter, die Energie und die Einzigartigkeit jeder Autorin sichtbar und fangen zugleich jenes besondere Berliner „Etwas“ ein, das zwischen Leichtigkeit und Entschlossenheit schwingt.
Lesung, Gespräch und Ausstellung erzählen gemeinsam von Frauen, die ihre Geschichten selbst in die Hand nehmen und damit sichtbar werden.
