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Ausstellung

Kulturschaufenster in der Lutherstr./Ecke Lange Str., 17489 Greifswald

Ausstellungsdauer: 26.10.- 21.11.2026 

 

SICHTBARE

Mitten in der Stadt, unweit der Fußgängerzone, begegnet uns Kunst ganz unmittelbar: im Schaufenster, im Vorübergehen, mitten im Alltag. Die Ausstellung SICHTBARE macht Frauen und ihre Geschichten sichtbar – Frauen, die sich trauen, ihre Stimme zu erheben, sich zu zeigen und ihre eigene Geschichte selbst zu erzählen. Im Zentrum steht der Satz: „Nichts über uns ohne uns.“ Was wie ein politischer Leitsatz klingt, wird in SICHTBARE zu einer persönlichen und künstlerischen Haltung. Es geht darum, nicht nur Gegenstand von Erzählungen zu sein, sondern selbst zu sprechen, die eigene Perspektive einzubringen und mitzubestimmen, wie die eigene Geschichte erzählt wird. Gerade für Frauen mit Migrationserfahrung bekommt dieser Gedanke eine besondere Bedeutung. Wer zwischen Sprachen, Kulturen und Lebenswelten lebt, kennt die Erfahrung, dass andere über Herkunft, Identität und Lebenswege sprechen. „Nichts über uns ohne uns“ setzt dem die eigene Stimme entgegen. Sichtbarkeit bedeutet hier: Ich erzähle selbst. Ich entscheide selbst, wie ich gesehen werden möchte. Ich nehme Raum ein.

Die Ausstellung verbindet die Geschichten polnischer Frauen aus Berlin mit den Porträts der Fotografin Karolina Bąk und den analogen Collagen von Agnieszka Karaś. Fotografie und Collage werden zu eigenständigen Formen des Erzählens – persönlich, vielstimmig und im Dialog mit den Texten der sieben Autorinnen.

SICHTBARE lädt dazu ein, hinzusehen und zuzuhören. Und vielleicht auch diese Fragen mitzunehmen: Wer darf erzählen? Wer wird gesehen? Und wer bestimmt, wie über uns gesprochen wird?

Karolina Bąk, geboren 1985 in Stettin, studierte Fotografie an der Leon-Schiller-Hochschule für Film, Fernsehen und Theater in Łódź. Sie verfügt über einen Bachelorabschluss in kommerzieller Fotografie und verbindet in ihrer Arbeit Ästhetik mit Emotion. Ihre Inspiration findet sie in Menschen, ihren Geschichten und der Energie des Augenblicks. In ihren Porträts geht es ihr nicht allein darum, Menschen abzubilden. Sie möchte Persönlichkeit sichtbar und spürbar werden lassen. Jedes Bild wird so zu einem Treffpunkt von Kunst und Authentizität.

Agnieszka Karaś ist Autodidaktin und leidenschaftliche Mixed-Media-Künstlerin. Ihre künstlerische Sprache ist eng mit der analogen Collage verbunden. Sie arbeitet unter anderem mit alten Zeitungen, Magazinen, Plakaten, Verpackungen und eigenen Drucktechniken und setzt sich dabei bewusst mit den Möglichkeiten des analogen Arbeitens auseinander. Sie hat zu jedem der sieben Texte eine eigene Collage geschaffen. Die Arbeiten sind dabei weit mehr als eine visuelle Illustration: Sie greifen Gedanken, Stimmungen und Motive der Geschichten auf und führen sie in eine eigene Bildsprache weiter. Karaś ist selbst eine der sieben Autorinnen der Anthologie und schreibt dort die Miniatur „Roślinne rewolucje“. Damit steht sie gleichzeitig auf beiden Seiten – als Erzählerin und als bildende Künstlerin.

Zwei Veranstaltungen – eine gemeinsame Geschichte

Die Ausstellung SICHTBARE und das Gespräch am 18. November gehören unmittelbar zusammen. Was im Schaufenster durch Fotografien, Collagen und Texte sichtbar wird, bekommt im Gespräch eine Stimme und einen Raum für Austausch. Im Gespräch mit Beata Zuzanna Borawska, Leiterin des Klubs der wunderbaren Frauen, geht es um die Erfahrungen und Themen hinter den Texten: um weibliches Schreiben, Migration, Zugehörigkeit und Sichtbarkeit.  Ausstellung und Gespräch ergänzen sich: Die Ausstellung macht Geschichten sichtbar – das Gespräch gibt ihnen Raum und Stimme. Denn „Nichts über uns ohne uns“ bedeutet auch, dass Sichtbarkeit mehr ist als gesehen zu werden: Es bedeutet, selbst zu erzählen. Selbst zu entscheiden. Selbst Raum einzunehmen.

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