Home Donnerstag 12.11.
Alfried Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald
Martin-Luther-Straße 14
18:00 Uhr
Eintritt frei
Mit einer feierlichen Eröffnung startet der polenmARkT 2026 in seine nächste Ausgabe. In Greifswald bringt das Festival erneut Menschen, Ideen und Perspektiven aus Polen und Deutschland zusammen und macht den deutsch-polnischen Kultur- und Wissenschaftsaustausch in der Region erlebbar. Im Mittelpunkt des Eröffnungsabends stehen Wissenschaft, kulturelle Bilder und Musik: Prof. Dr. Bartosz Wójcik nimmt uns mit auf eine überraschende Spurensuche durch die Geschichte Pommerns, der XXVII. Förderpreis der Sparkasse Vorpommern würdigt junge Wissenschaftler*innen und besondere Verdienste um die deutsch-polnische Zusammenarbeit, und Ola Jas eröffnet den Abend musikalisch mit zeitgenössischem Folk und Folk Jazz.
Ein Höhepunkt des Abends ist die Verleihung des XXVII. Förderpreises der Sparkasse Vorpommern für deutsch-polnische Zusammenarbeit an der Universität Greifswald. Mit dem Preis werden insbesondere Forschungsarbeiten junger Wissenschaftler*innen ausgezeichnet, die im Rahmen deutsch-polnischer Kooperationen entstanden sind oder einen besonderen Beitrag zur Erforschung und Vertiefung der deutsch-polnischen Beziehungen leisten. Darüber hinaus werden herausragende Verdienste um die Zusammenarbeit mit polnischen Institutionen an der Universität Greifswald und in ihrem Umfeld gewürdigt.
Wie entsteht das Bild einer Region und ihrer Bewohner – und warum können sich bestimmte Vorstellungen über Jahrhunderte halten? Diesen Fragen widmet sich Prof. Dr. Bartosz Wójcik von der Universität Stettin in seinem neuen Buch Grubiański Pomorzanin. Od anegdoty do imagotypu (Der grobe Pommer. Von der Anekdote zum Imagotyp), das Ende vergangenen Jahres von der Pommerschen Bibliothek veröffentlicht wurde. Ausgehend von 36 literarischen und publizistischen Zeugnissen vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart zeichnet Wójcik die Geschichte eines erstaunlich langlebigen Bildes der Pommern nach. Aus Anekdoten, Zuschreibungen und Klischees entsteht ein kulturell geprägter Imagotyp – eine Vorstellung davon, wie die Bewohner einer Region wahrgenommen und beschrieben werden. Das Bild des „ungeschliffenen“ oder „groben“ Pommern begleitet die Bewohner der Odermündung seit fast einem halben Jahrtausend. Es begegnet uns in Prosa, Lyrik und Dramatik und verändert sich dabei immer wieder. Wójcik zeigt, wie solche kulturellen Bilder entstehen, weitergegeben und neu gedeutet werden und was sie über die Selbst und Fremdwahrnehmung einer Region verraten. Seine imagologische Spurensuche eröffnet einen faszinierenden Blick auf regionale Identität, kulturellen Transfer und die Macht von Erzählungen. Sie lädt dazu ein, vermeintlich vertraute Vorstellungen über Pommern neu zu betrachten.
Prof. Dr. Bartosz Wójcik ist Kultur- und Literaturwissenschaftler, Professor am Institut für Literatur und Neue Medien der Universität Stettin und Leiter der Forschungsgruppe Regionalismus und Grenzgebiete. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören Grenzen und Grenzgebiete, Literatur- und Kulturgeschichte Pommerns, Kulturtransfer sowie die Narrativierung von Kulturlandschaften.


Für den musikalischen Rahmen sorgt Ola Jas mit zeitgenössischem Folk und Folk Jazz. Die 1992 in Warschau geborene Sängerin, Geigerin und Songwriterin verbindet in ihrer Musik Jazz mit Elementen brasilianischer, portugiesischer und afrikanischer Musik sowie Folk, Weltmusik und slawischer Melancholie. Ihre Kompositionen sind zugleich melancholisch, poetisch und voller kreativer Energie. Ola Jas absolvierte die Karol-Szymanowski-Musikschule in Warschau und studierte Jazzgesang an der Henryk-Majewski-Jazzschule. 2018 veröffentlichte sie ihre erste EP; 2020 erschien ihr Debütalbum, das in Zusammenarbeit mit dem portugiesischen Musiker João de Sousa entstand.
Freuen Sie sich auf einen festlichen Auftakt mit spannenden Perspektiven auf Pommern, die Würdigung deutsch-polnischer Wissenschaft und Zusammenarbeit sowie Musik, die Grenzen überschreitet.

