Home Sonntag 15.11.

Brasserie Hermann
Gützkower Str. 1, 17489 Greifswald
18:30 Uhr
Eintritt frei
Zwei Menschen, ein enger Raum, zwei völlig unterschiedliche Vorstellungen vom Leben: Der eine träumt von Wohlstand und einem besseren Leben, der andere von Freiheit und einer geistigen Heimat. Fern von ihrer Herkunft prallen ihre Hoffnungen, Ängste und Widersprüche aufeinander. In seiner 1974 uraufgeführten Satire „Emigranten“ erzählt Sławomir Mrożek mit scharfem Humor und großer Menschenkenntnis von Einsamkeit, Fremdheit und dem schwierigen Versuch, sich ein neues Leben aufzubauen. Dabei geht es um mehr als Migration: Es geht um die Suche nach Identität, Zugehörigkeit und Selbstbestimmung – und um die Frage, wie frei ein Mensch wirklich sein kann.
Elisa Ottersberg-Höh und Luc Fischer bringen Mrożeks Figuren in einer intensiven szenischen Lesung unmittelbar zum Leben. Stimmen, Sprache und Dialog stehen im Mittelpunkt und lassen die Spannung zwischen den beiden Protagonisten unmittelbar spürbar werden.
Ein Stück über Heimat und Fremde, Abhängigkeit und Freiheit, Sehnsucht und die Grenzen persönlicher Unabhängigkeit. Und vielleicht über eine Frage, die aktueller kaum sein könnte: Kann man seiner Herkunft entkommen – oder nimmt man seine Heimat immer mit?
Elisa Ottersberg-Höh absolvierte ihre Schauspielausbildung an der Theaterakademie Vorpommern. Für ihre Darstellungen am Nordharzer Städtebundtheater – darunter das Gretchen in Faust – wurde sie mit dem Theaterpreis ausgezeichnet. Nach Stationen u. a. in München, Neuseeland und Portugal spielt sie seit 2020 an der Theaterwerft Greifswald. Neben ihrer Bühnentätigkeit erarbeitet sie intensiv Theaterstücke mit Jugendlichen, entwickelt eigene Kinderstücke, gründete die Performance-Gruppe „Inside-Out“ und leitet den ThUSCH Theater e.V. in Teterow. Sie lebt mit ihrer Familie in Greifswald.
Luc Fischer ist Schauspieler und Musiker. Er hat 2022 seine Ausbildung zum Schauspieler an der Theaterakademie Sachen abgeschlossen. Seitdem konnte er an den Landesbühnen Sachsen, den Cammerspielen Leipzig, der Theaterwerft in Greifswald und an verschiedenen Sets spielen sowie an der ersten Finalrunde des Bundeswettbewerbs für Gesang in Berlin teilnehmen.
Das Schreiben von Chansons und Spielen dieser in verschiedenen musikalischen Rahmen ist für ihn ein zweites Standbein geworden.
