Mittwoch 25.11.

Frauenproteste in Polen. Fotoausstellung

Vernissage am 26.11.2020 ab 16 Uhr 

Mit Glühwein to go versorgt Euch das Café Küstenkind. Den Gutschein dafür bekommt Ihr von uns. 

 

„Fenster“

Lange Straße 75

17489 Greifswald

In unserem Nachbarland kommt es aufgrund des neuen, umstrittenen Abtreibungsgesetzes, das eine legale Abtreibung nur noch im Falle einer Vergewaltigung und eventueller Lebensgefahr der Mutter möglich macht, weiterhin zu Ausschreitungen. Es sind die größten Proteste im Land seit der Unabhängigkeit im Jahr 1989.

Die katholische Kirche, die sich für genau diese Verschärfungen schon seit Jahren einsetzte, erlebt nun Proteste, wie sie in dem katholisch geprägten Land bislang unvorstellbar waren. Seit Wochen ziehen die Menschen aller Altersgruppen inmitten der Corona-Krise gegen katholische Kirche und konservative PiS-Partei auf die Straßen. Im Gegenzug hat Polens „graue Eminenz“ Kaczyński gezielt zur Verteidigung Polens und der katholischen Kirche aufgerufen. 

Nach dem Motto „Mein Körper, meine Entscheidung!“ machen tausende Frauen nun auf die „Hölle“, in der sie leben und leiden, aufmerksam. "Die Revolution ist eine Frau“, „Ich will nicht lebendiger Sarg sein“, „Das ist Krieg“, „Ihr habt Blut an den Händen" oder "Wir wollen die Wahl haben" ist auf den Plakaten der Demonstrantinnen zu lesen.

Mittlerweile sind auch die Forderungen der Gruppierung, des „Gesamtpolnischen Streiks der Frauen“, bekannt: Ein tatsächlich unabhängiges „echtes Verfassungsgericht“ müsse entstehen. Mehr Geld für das Gesundheitswesen, für Menschen mit Behinderung  und für die durch die Pandemie wirtschaftlich Geschädigte; weiter werden „volle Frauenrechte“, inkl. „legaler Abtreibung“, die restlose Trennung von Staat und Kirche und schließlich „der Rücktritt der Regierung“, eingefordert. Die Kritik an die Regierung fällt auch deshalb so massiv aus, weil diese sich derzeit vorrangig und ideologisch begründet mit Schwangerschaftsabbrüchen beschäftigt, während Gesundheitswesen, Wirtschaft  und Schulbetrieb  in Polen durch die Corona-Pandemie zusammenzubrechen drohen.

Starke Schwarz-Weiß- und Farbdrucke von Mateusz Żabka und Patryk Tużnik aus Greifswalds Partnerstadt Stettin, die in der Ausstellung der Friedrich-Ebert-Stiftung MV und des polenmARkTes in einer Kooperation mit der DPG Vorpommern zu sehen sein werden, unterstreichen die Kraft und Stärke dieser Bewegung.

MATEUSZ ŻABKA – Amateurfotograf. Er beschäftigt sich seit 6 Jahren mit Fotografie. Sein künstlerisches Schaffen begann er als Fotomodell. Später wechselte er auf die andere Seite der Linse und absolvierte zahlreiche Fotokurse. Vorwiegend beschäftigt er sich mit Porträt-, Landschafts- und Architekturfotografie, derzeit gelegentlich. Er ist langjähriges Mitglied der Fotografischen Gesellschaft Stettin. Ausstellungen: 18. September 2018 - "Jesteśmy/Niewidoczni/Wykluczeni" (dt. WirSind/Unsichtbar/Ausgeschlossen”) in Stettin, 19.06.19 - "Aberracja" (dt. Abweichung) in Stettin.

PATRYK TUŻNIK - junger Amateurfotograf und Autodidakt. Er beschäftigt sich seit 4 Jahren mit Fotografie, überwiegend mit künstlerischer Fotografie. Aufgrund der aktuellen Proteste in Polen begann er mit Reportagefotografie, um die Proteste in seiner Heimatstadt Stettin zu dokumentieren.

Foto: M. Żabka