Mittwoch 20.11.

„Chika, die Hündin im Ghetto“. Film und Gespräch mit der Drehbuchautorin Carmen Blazejewski

09:15 Uhr

Stadtbibliothek Hans Fallada, Knopfstr. 18 – 20

Eintritt frei

Der 5-jährige jüdische Junge Mikash lebt mit seiner Familie und seiner Hündin Chika im Ghetto einer polnischen Stadt. Seine kleine Hündin hilft Mikash, sich trotz der Bedrohungen des 2. Weltkrieges und der Judenverfolgung als Kind zu entfalten. Eines Tages wird er gezwungen, sich von Chika zu trennen, doch er weigert sich, diesen Befehl auszuführen. Seine Eltern unterstützen ihn dabei, eine Lösung zu finden, die Hündin zu retten. Chika wird außerhalb des Ghettos versteckt. Doch dann soll die ganze Familie deportiert werden. Vater, Mutter und Kind gehorchen nicht und verstecken sich im Keller. Mikash begreift, wie wichtig es war, Chika fortzubringen. In dem Versteck wäre Chika zugrunde gegangen und hätte sie durch ihr Bellen verraten. Die Sehnsucht nach Chika und der Glaube daran, sie eines Tages wieder zu sehen, lassen Mikash die schwere Zeit im Versteck ohne großen Schaden überstehen. Schließlich wird die Familie befreit, und auch Chika kehrt zurück. Es ist Frieden.

Ein Film, der berührt, erklärt und vermittelt, und gleichzeitig viele Anknüpfungspunkte zur Diskussion bietet. CHIKA, DIE HÜNDIN IM GHETTO basiert auf dem gleichnamigen Kinderbuch von Batsheva Dagan, einer Shoa-Überlebenden, die heute in Israel lebt. Sie kommt auch im Prolog des Films selbst zu Wort.

Kleiner Kaffeeklatsch mit großem Thema.

Mehrgenerationenhaus Görmin

Max Köster Str. 4, 17121 Görmin

14 Uhr

„Ein Flugzeugabsturz mit Folgen. Polen heute.“  Ein Vortrag mit Dr. Marek Fialek (Greifswald) 

Der 10. April 2010 ist ein Scheidepunkt der jüngeren polnischen Geschichte. Jeder erinnert sich, wo er war, als er die Nachricht hörte. Es gibt ein Vorher und ein Nachher, und vieles, was seither in Polen geschehen ist, lässt sich ohne Smolensk nicht erklären. Denn was als nationale Tragödie begann, ist mit den Jahren zu einem Glaubenskampf geworden, der das Land tief gespalten hat. Die polnische Rechte hat aus dem Absturz einen nationalen Mythos geformt; ohne ihn würde PiS heute wahrscheinlich nicht regieren. Und um ihn lebendig zu halten, versammeln sich Jarosław Kaczyński und seine Gemeinde einmal im Monat in der Kirche und vor dem Präsidentenpalast.

Der Absturz der polnischen Präsidentenmaschine ist heute immer noch eines der wichtigsten Themen der polnischen Politik. Aus einem Unfall wurde ein Mord, aus einem Mord ein Mythos und aus einem Mythos Politik.

Explosive Unterhaltsamkeit. Lisa liest Gombrowicz

Lesung & musikalische Improvisation

PKBkunstLADEN, Feldstraße 20, Greifswald

20 Uhr

In der gemütlichen Atmosphäre des PKBkunstLADENs in der Feldstraße 20 liest die  Greifswalder Schauspielerin Elisa Ottersberg Auszüge aus den Erzählungen von Witold Gombrowicz, jenem eigensinnig-monomanen wie aufklärerischen Erzähler, Dramatiker und Diaristen, der 1939 nach Argentinien verschlagen worden und dort geblieben ist, in einem anfangs unfreiwilligen, erst bei Kriegsausbruch selbstgewählten Exil. Gombrowicz hatte etwas gegen den tödlichen Ernst der hohen Kunst - entsprechend sprühen seine Erzählungen vor explosiver Unterhaltsamkeit. Sie entfalten den ganzen Charme des schwarzen Humors, des Schockers und des pointierten Krimis.

Schauspielerin Elisa Ottersberg hat viele Jahre an verschiedenen Theatern gespielt, unter anderem am Nordharzer Städtebundtheater und am Theater Eisleben. Zuletzt war sie beim Kapkultur auf Rügen im Stück „Irish Coffee“ zu sehen.

Vor der Lesung wird der Greifswalder Klangwerker Huey Walker mit seiner Musik für gute Stimmung sorgen. Wenn er nicht gerade installatorische Aufbauten errichtet, in denen mehrere Gitarren von Pendeln oder Wassertropfen gespielt werden, schichtet Huey Walker "ganz herkömmlich", mit verschiedenen Saiten- und Tasteninstrumenten berückende Improvisationen aufeinander.