Mittwoch 13.11.

Ghost Dance. Theater Brama

20:00 Uhr

Theater

Theater Vorpommern (Rubenowsaal)

Anklamer Str. 106

Eintritt: 12 Euro/8 Euro (ermäßigt)

 

Der Geistertanz ist ein Ritual, welches die tiefe Bevölkerungskrise der Ureinwohner Nordamerikas thematisiert. Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Indianervölker des nordamerikanischen Westens unterworfen und ihre Lebensgrundlage und traditionellen Kulturen zerstört. Der Geistertanz war ein Hoffnungsträger und sollte große Veränderung bewirken, um das Ende des gegenwärtigen Zustandes herbeizuführen. In aussichtslosen Zeiten tanzte man mit dem Glauben, dass sich das Schicksal verändern würde. Der Tanz wurde allerdings verboten, dies war mit der schändlichen Ausrottung der Bevölkerung sowie dem Tod der Wiege ihrer Zivilisation verbunden. Es war eine der vielen Lasten, welche das Ausbreiten des Kapitalismus mit sich brachte.

Das Schauspiel ist ein symbolisches Ritual zum Schutz der sterbenden Werte. Es ist ein Akt der Hoffnung in Zeiten, in denen erneut der Umschwung der Geschichte unüberwindbar zu sein scheint. 

Jede Generation erfordert Opfer und verdient moralische Werte, die in den revolutionären Herzen naiver Idealisten schlagen.

Seit vielen Jahren ist die Revolution des Geistes ein Wächter und Manifest der Werte der Minderheit zugleich.

Die Minderheit muss ihre Stimme zum Selbstschutz erheben. „Ghost dance” ist eine musikalische, theatralische Bewegung. Das Schauspiel ist ein Eigenwerk, inspiriert von Allen Ginsberg, Patti Smith, der gefährdeten Volkskunst einer sterbenden Zivilisation, sowie ein antikapitalistisches Manifest. 

Das Theater „Brama“ wurde von Daniel Jacewicz im Jahre 1999 in Goleniów gegründet und etablierte sich seitdem zu einem heute in Polen bekannten, unabhängigen, alternativen Theater im Kulturhaus, in dem zahlreiche künstlerische Spektakel realisiert wurden. Der Name des Theaters „Brama“ (deutsch: Tor) steht zugleich für Weltoffenheit als auch für das Wahrzeichen der Stadt, das Wolliner Tor, das als eines der wenigen Gebäude der Stadt zum Kriegsende nicht zerstört wurde und als einziges von ursprünglich vier vorhandenen Stadttoren aus dem 15. Jahrhundert erhalten blieb. 

Das Theater „Brama“ trug maßgeblich dazu bei, ein pulsierendes theatralisches Umfeld in der Stadt zu schaffen, indem es eine große Menge kreativer junger Menschen aus verschiedenen Ländern wie Griechenland, der Ukraine, den USA, Moldawien, Deutschland und Polen (u. a. gefördert durch den Europäischen Freiwilligendienst Erasmus-plus) versammelt, deren Individualismus nicht wirklich in das typische Bild einer Kleinstadt passt. In der Motivation für die Theaterarbeit steckt der Wille, die Beziehung zwischen Künstler*in und Publikum zu revolutionieren. Das Spektakel Theater wird als eine Möglichkeit gesehen, einen grundlegenden, beidseitigen und sozialen Dialog, im Kontrast zum bisherigen einseitigen, künstlerischen Monolog, zu schaffen. Auch das Ensemble selbst ist eine vielfältige Gruppe von Menschen, die sich auf dem gemeinsamen Weg befindet, ihre künstlerische Ziele zu verfolgen.
Die Schauspieler*innen sind auf der Suche nach lebendigen und tiefen Emotionen. Obwohl man sich in den Inszenierungen auf die theatralischen Traditionen bezieht, wird dennoch aktuelles Geschehen und echtes Leben nicht außer Acht gelassen. Als ein sozialer, bildender und kultureller Verein bietet das Theater „Brama“ der lokalen Gemeinschaft die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit aktuellen Lebensumständen und -erfahrungen sowie zur vertieften Betrachtung der umliegenden Welt durch den Umgang mit Kunst.

Ghost Dance Trailer

https://www.teatrbrama.org/