Montag 25.11.

„Polen und Deutsche gegen die kommunistische Diktatur“.

15:00 Uhr

Demokratie-Lab,

Steinbeckerstraße 20,

17489 Greifswald

Eintritt frei

Unter der Kontrolle der Sowjetunion wurden nach dem Zweiten Weltkrieg in der späteren DDR und in Polen kommunistische Diktaturen errichtet. Fast ein halbes Jahrhundert lang rangen Polen und Deutsche in unterschiedlichen Oppositionsbewegungen und Widerstandskreisen um ihre Freiheit. Diesen am Ende erfolgreichen Kampf von 1948  bis 1989, der mit der polnischen Gewerkschaftsbewegung Solidarność ab 1980 einen Aufschwung nahm, dokumentiert die informative Wanderausstellung aus polnischer und deutscher Perspektive. Sie ist Ausdruck des Respekts und der Dankbarkeit gegenüber all jenen, die sich in Polen und in der DDR gegen Unterdrückung und Verfolgung engagiert haben. Und sie will die Erinnerung an all jene bewahren, die den Sieg der Freiheit nicht mehr selbst erlebt haben.

Die Ausstellung ist in einer Kooperation des polnischen Instituts des Nationalen Gedenkens (Außenstelle Krakau), der Stiftung Ettersberg und der Konrad-Adenauer-Stiftung (Auslandsbüro Polen) erarbeitet worden. Nach Stationen unter anderem in Krakau, Warschau, Danzig, Posen, Breslau, Kreisau, Berlin, Schwedt und Frankfurt/Oder wird sie nunmehr in Greifswald gezeigt.

Historische Debatten in Polen – historischer Populismus? Prof. Dr. habil. Krzysztof Ruchniewicz (Wrocław, Direktor des Willy-Brandt-Zentrums)

Vortrag

Krupp-Kolleg, Martin-Luther-Str. 14

18:00 Uhr

Eintritt frei

Die Historiker von heute stehen vor großen Herausforderungen. Manche liberale Demokratie kämpft mit Problemen, sieht ihre Werte herausgefordert, weil populistische und rechtsextreme Bewegungen immer stärker werden. Eines der Instrumente, mit denen letztere vor allem in Mittel- und Osteuropa an Unterstützung gewinnen, ist die Manipulation der Geschichte. Aus diesem Grund bedarf es der öffentlichen Stellungnahme der Historiker, ihrer aktiven Teilnahme an öffentlichen Debatten, die Vergangenheit (um)deuten. Angesichts der in den letzten Jahren oft hart geführten Auseinandersetzungen um die eigene Geschichte, ist Polen hierfür ein wichtiges und lehrreiches Beispiel. Wie unter einer Lupe zeigen sich hier die Zusammenhänge von Geschichte bzw. selektiver Geschichtskultur und Populismus. Zugleich werden die Möglichkeiten einer kritischen Herangehensweise an Geschichte und die Bedrohungen, denen eine solche dann oft ausgesetzt ist, deutlich.

 

Krzysztof Ruchniewicz (* 27. Januar 1967 in Wrocław / Breslau) ist ein polnischer Historiker, Deutschlandforscher, Professor an der Universität Wrocław, Direktor und Lehrstuhlinhaber für Zeitgeschichte des dortigen Willy-Brandt-Zentrums für Deutschland- und Europastudien; Forschungsschwerpunkte: die Geschichte Deutschlands und der deutsch-polnischen Beziehungen im 20. Jahrhundert; die Geschichte der europäischen Integration, Fragen der Geschichtskultur und -politik, die Geschichte der Polen in Deutschland und Internationale Schulbuchforschung. Zuletz erschienen: Schauplatz Geschichte. Entdecken und Verstehen in den deutsch-polnischen Beziehungen, Berlin: dpgbv, 2018 Kreisau neu gelesen, mit einem Nachwort von Annemarie Franke, Dresden: Neisse Verlag, 2018.

 

Another Day Of Life

Theater Vorpommern (Foyer)

20.30 Uhr

Eintritt 4 Euro

 

1975 - Der Bürgerkrieg in Angola verändert Leben und Arbeiten des polnischen Reporters Ryszard Kapuściński

Polen/Spanien/Belgien/Deutschland 2018, Regie: Raul de la Fuente & Damian Nenow, 85 Min., Blu-ray, OmU   

 

Warschau, 1975. Ryszard Kapuściński (43) ist ein brillanter Journalist und ein Idealist. In der polnischen Presseagentur überzeugt er seinen Chef, ihn nach Angola zu schicken, wo am Vorabend der Unabhängigkeit des Landes ein blutiger Bürgerkrieg tobt. Vor Ort erlebt er die schmutzige Realität des Krieges und entdeckt eine ihm bisher unbekannte Hilflosigkeit. Seine Reise führt ihn mitten hinein in einen Ort der Verlorenheit. Angola wird ihn für immer verändern: Als Reporter verließ er Polen, als Schriftsteller kehrt er zurück.

ANOTHER DAY OF LIFE ist die packende Geschichte einer dreimonatigen Reise des berühmten polnischen Reporters Ryszard Kapuściński durch das kriegszerstörte Angola. Der Film basiert lose auf Motiven des Romans „Another Day of Life“ (Wieder ein Tag Leben), in dem Kapuściński mit seismografischer Sensibilität und detailgenauem Blick seine Erfahrungen während des Bürgerkriegs verarbeitet hat. In ANOTHER DAY OF LIFE verweben die Regisseure Raúl de la Fuente und Damian Nenow geschickt Animation mit dokumentarischen Bildern. Ausgezeichnet mit dem Europäischen Filmpreis für den besten animierten Film 2018!

Festivals & Auszeichnungen

Festival de Cannes 2018 · Official Selection - Out of Competition

San Sebastian Film Festival 2018 · Publikumspreis

Europäischer Filmpreis 2018 · Bester Animierter Film 

Spanischer Filmpreis 2019 · Goya für den Besten Animierten Film