Sonntag 12.11.

18 Uhr

Universitätsaula

Domstr. 11

Eintritt: 3,50 Euro

„Aus der Ferne sah ich den  im Nebel der Jahrhunderte flackernden Schatten Svantevits“.

Musikalisch-literarischer Abend zu Arkona und Svantevit     

Die sagenumwobene Geschichte des slawischen Tempels am Kap Arkona, der vor fast 850 Jahren mit der Erstürmung der Jaromarsburg durch ein dänisches Heer unter König Waldemar I. erobert und zerstört wurde, beschäftigt bis heute nicht nur Slawen, Dänen und Deutsche. Die einst dort von den Ranen verehrte slawische Gottheit des Svantevit tauchte erstmals in mittelalterlichen Geschichtsquellen auf, zu denen die Slawenchronik des Pfarrers Helmold von Bosau und die Gesta Danorum des erzbischöflichen Sekretärs Saxo Grammaticus aus der Zeit der Slavenmission gehören. Auf diese Texte griffen slawische Historiker, Philosophen und Dichter zurück, als sie in der Zeit der Romantik auf der Suche nach der slawischen Frühgeschichte einen eigenen Götterpantheon entwarfen. Daran anknüpfend haben im weiteren Verlauf der Geschichte Dichter, Bildhauer, Maler und Musiker den Mythos von Svantevit auf ihre Art und Weise ausgeformt und in den Dienst nationaler Ziele gestellt.

Fred Ruchhöft vom Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege stellt an dem Abend spannende Ergebnisse der Ausgrabungen auf Arkona vor. Ute Marggraff und Michael Fritsche vom Institut für Slawistik tragen Ausschnitte des von ihnen wiederentdeckten und übersetzten Poems Światowit (Jadwiga Łuszczewska) vor und erläutern, warum westslawische Autoren der Romantik und Neoromantik sich gerade dem Mythos des Svantevit zuwendeten. Studierende des Caspar-David-Friedrich Institutes präsentieren grafische Zeugnisse einer vielfältigen, zum Teil ironischen Rezeption des Svantevit.  Zu den Blüten, die der Svantevitkult im 19. Jh. bei den Westslaven getrieben hat, ist eine interessante klangliche Entdeckung zu zählen, die Raik Harder in Zusammenarbeit mit Martin Loeser und Studierenden des Institutes für Kirchenmusik und Musikwissenschaft als ein alle Beiträge miteinander verbindendes Highlight beiträgt. Sie werden den Abend mit feinfühlig kommentierten musikalischen Auszügen aus der Oper Der Fall von Arkona (1898) des tschechischen Komponisten Zdenĕk Fibich bereichern.

In Kooperation mit dem Institut für Slawistik, dem Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege, dem Institut für Kirchenmusik und Musikwissenschaft sowie Studierenden verschiedener Fächer an der Universität Greifswald