Montag 19.11.

„Exerzierplatz des Nationalsozialismus“ – der Reichsgau Wartheland in den Jahren 1939 -1945“ (Dr. Wojciech Wichert, Stettin)

Vortrag

Konzilsaal, Domstr. 11

16:00 Uhr

Eintritt frei

Kein anderes Land befand sich so lange unter der Besatzung des Dritten Reiches wie Polen, das in den Jahren 1939-1945 beispiellos hohe Personen-, Kultur- und Materialverluste erlitt. Der deutsche Überfall auf Polen im September 1939 und die in Polen begangenen Verbrechen waren eine Form der Ausführung des antislawischen Rassismus. Im Zusammenhang mit den besetzten polnischen Gebieten ist der Reichsgau Wartheland oft als „Exerzierplatz des Nationalsozialismus“ bezeichnet worden, wo wie unter einem Brennglas die Praktiken des Rassismus und des Völkermords des NS-Regimes sichtbar wurden. Im Warthegau wurde in Lodz das am längsten bestehende Ghetto auf polnischem Boden gegründet, hier wurden auch im Dezember 1941 die ersten Massenmorde an Juden verübt, nämlich in Kulmhof an der Nehr in mit Gaskammern bestückten LKWs. Das Wartheland könnte wegen der Volkstumspolitik in einigen Aspekten als ein Modell für die zukünftige Germanisierung der Gebiete im Osten betrachtet werden. Aber trotz der Aspirationen des dortigen Reichsstatthalters Arthur Greiser war es unter dem Gesichtspunkt eines nationalsozialistischen Sozial- und Demografiemodells (rassisch homogene Volksgemeinschaft) kein Mustergau, wenngleich Greiser seine Politik gegenüber den Polen und Juden als musterhaft betrachtete. Es war aber zweifellos ein Experimentierfeld von rassistischem Charakter und von Maßnahmen zum Völkermord im Dritten Reiche, um Hitlers Konzeptionen der Annexion, Massendeportationen, deutscher Ansiedlung und physischer Liquidierung einzelner Gruppen der polnischen Gesellschaft (der Intelligenz, von Behinderten, „Asozialen“ und Juden) im Alltag umzusetzen. Der Warthegau sollte ebenfalls eine relevante Funktion im deutschen Westen als „Ostwall“ und als Brücke zwischen den Ostgebieten und dem alten Reich erfüllen. Dort sollten auch die gesammelten Erfahrungen in Bezug auf die dort bestehende „Staats- und Parteieinheit“ in der NS-Machtausübung nach dem Krieg als Muster der geplanten Verwaltungsreformen im alten Reich dienen, die aber wegen der militärischen Niederlage des ,,Tausendjähriges Reiches“ nie realisiert werden konnten. 

 

Filmnacht mit Szczecin European Film Festival (SEFF)

18:00 Uhr

Schönwalder Begegnungszentrum
Maxim-Gorki-Str. 1

Eintritt frei

Als Forum grenzüberschreitender Begegnungen  ist das Szczecin European Film Festival ein besonderes europäisches Filmevent. Nicht nur im Zentrum der Veranstaltung  in Szczecin/Stettin finden Kooperationen mit Film-, Kultur-und Bildungspartnern  statt, auch in anderen Orten der Grenzregion von Polen und Deutschland (wie Rostock, Greifswald, Prenzlau, Anklam, Stargard, Kołbacz und Świnoujście) kommt es im Rahmen des Festivals zu  verschiedenen Events.

Das Profil des Szczeciner Festivals orientiert sich an neuesten Entwicklungen filmkünstlerischer Bild- und Tonverarbeitung.  Im Fokus stehen formale Grenzüberschreitungen in der Auseinandersetzung mit der Wirklichkeit, die ungewöhnliche Sichtweisen eröffnen.

Ein besonderer Schwerpunkt des Stettiner Filmfestes  sind  Specials  zur regionalen Kinematographie mit „Kino in Westpommern“, zur deutsch-polnischen Thematik mit „Gemeinsame Grenzen“ sowie zu ausgewählten europäischen Filmlandschaften mit „Die vierte Dimension Europas“.

Gezeigt werden Filme, die „Grenzen“ überschreiten:  formal-ästhetisch, geographisch, mental, soziopolitisch, intellektuell und sinnlich.

http://europeanfilmfestival.szczecin.pl/de

 

Animationsfilmnacht mit der Kunstakademie Krakau

20:15 Uhr

Filmnacht

Brasserie „Hermann“

Gützkower Str. 1

Eintritt frei

Die Schule des Animationsfilms an der Krakauer Akademie der Schönen Künste präsentiert ausgewählte Filme, die als Diplom- oder Studienarbeiten im letzten Jahr gedreht wurden. Zu sehen sind Filme junger Künstler, von denen einige sich bereits wachsender Bekanntheit erfreuen, wie ihre Teilnahme an verschiedenen Festivals belegt. Das präsentierte Programm ist ausgesprochen vielfältig. Damit spiegelt es sowohl die unterschiedlichen Temperamente der Künstler, als auch den einzigartigen Charakter der Schule, an der jedes Jahr originelle und anerkannte Animationsfilme entstehen.

Gezeigt werden:

"Chrystus Narodu" reż. Ewa Drzewicka, 9min, 2018

"Masterclass" reż. Ewa Drzewicka, Dominika Fedko, Małgorzata Jachna, Małgorzata Jędrzejec, Weronika Kuc Aleksandra Rylewicz, Grażyna Trela, 6min, 2018

"Komfort" reż. Weronika Banasińska, 9min, 2018

 "An eye for an eye" reż. Julia Płoch, 17min, 2018

"Cyborgy" reż. Adam Żądło, 8min, 2018

"Beautiful" reż. Weronika Kuc, 7min, 2018

"Zeszyt" reż. Aleksandra Rylewicz, 6min, 2018

"Więźniowie miłości" reż. Małgorzata Jeniec, 4min, 2018

 

Club der polnischen Versager

Ostseebad Trassenheide, Haus des Gastes, Strandstraße 36

20 Uhr

Eintritt frei

Satire-Show

Piotr Mordel (Grafiker und Verleger) und Adam Gusowski (Journalist) sind zwei der Gründungsmitglieder des Clubs der polnischen Versager, der 2001 von in Berlin lebenden polnischen Künstlern gegründet wurde und dessen Ziel der deutsch-polnische Kulturaustausch ist. Nach inzwischen 16 erfolgreichen Jahren ist ein multimediales Gesamtkunstwerk aus dem Club geworden. Neben dem Berliner Lokal des Clubs in der Ackerstraße 170, in dem regelmäßig Lesungen, Konzerte, Theaterstücke, Filmvorführungen und Parties stattfinden, hat der Club auch eine eigene Radiosendung im WDR Kanal Funkhaus Europa, eine feste Sparte in der RBB-Sendung Kowalski trifft Schmidt und begeistert auch außerhalb Berlins mit Live-Veranstaltungen wie der Leutnant Show. Mit den kommerziell erfolgreichen Multikulti-Comedystars der deutschen Fernsehlandschaft kann man den Club der polnischen Versager nicht vergleichen. Bei einem Treffen mit Adam Gusowki und Piotr Mordel kommt man oft ins Grübeln: Meinen die das jetzt ernst, oder sollte das ein Scherz sein? Wenn es jedoch ein Scherz sein sollte, warum lachen die dann jetzt nicht?

Wenn man an die unterschiedlichen Aktivitäten des Clubs denkt, dann scheint es, als hätten die Versager gar nicht versagt. Schließlich treffen sich im Club jedes Wochenende Menschen aus Deutschland, Polen und anderen Ländern, um zu diskutieren und zu feiern – ganz nebenbei leisten die „Versager“ damit eine ausgesprochen erfolgreiche Integrationsarbeit

In Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung