Freitag 16.11.

Blick zuruck in die Zukunft – 100 Jahre Frauenwahlrecht in Polen und Deutschland

Fr, 16.11.2018 (ab 18:00 Uhr) und Sa, 17.11.2018 (ab 10:00 Uhr)

Gutshaus Ramin

Dorfstraße 41

Polen war viele Jahre bekannt für seine Fortschrittlichkeit in frauenpolitischen Fragen. In den letzten Jahren haben politische Veränderungen allerdings zu massiven Protesten geführt. In welcher persönlichen und politischen Lage befanden und befinden sich Frauen in Polen und in Deutschland? Was bedeutet das für das gemeinsame Leben in der Grenzregion? Darüber möchten wir miteinander ins Gespräch kommen und mit einem Blick zurück Lösungsansätze für die Herausforderungen der Zukunft finden.

In der Abendveranstaltung am Freitag wird eine Diskussion der historischen und der aktuellen Situation angeregt. Dazu referieren Inga Iwasiów, Schriftstellerin und Professorin an der Universität Stettin, mit einer historischen Einordnung zum Thema und Bogna Czałczyńska, Aktivistin aus Stettin, zu den aktuellen Entwicklungen. Am Samstagvormittag wird ein Forum fur Frauen jeden Alters aus der Region geboten, in dem sie sich uber ihre Biografien austauschen und gemeinsame Perspektiven entdecken können. Die beiden Tage wird zudem eine „Zeitmaschine” begleiten, in der die Teilnehmenden ihre persönlichen Botschaften an Vergangenheit und Zukunft aufzeichnen können. Die Aufnahmen werden am Ende der Veranstaltung präsentiert!

Moderation: Magdalena und Falko Reichardt

Die Veranstaltung wird zweisprachig abgehalten, auch für individuelle Gespräche sind Sprachmittlerinnen und -mittler vor Ort.

Programm

Freitag, 16. November 2018

18:00 Uhr Vortrag Inga Iwasiów „Das Recht und die Praxis. Über kulturelle Bedingungen der

Ungleichheit”

18:30 Uhr Vortrag Bogna Czałczyńska „Die Straßen sind heiß!”

19:00 Uhr Film über den „Schwarzen Protest“

19:30 Uhr Gemeinsame Diskussion aller

Teilnehmenden

20:30 Uhr Gemeinsame Gespräche bei Musik (Hubert Szczęsny & Jacek Winkiel) und Kerzenschein

Samstag, 17. November 2018

10:00 Uhr Gemeinsamer Austausch in deutsch-polnischen Frauen-Tandems „Zwei Perspektiven – oder mehr?”

11:00 Uhr World Café zu frauenpolitischen Fragen

12:30 Uhr Abschlussrunde

Flankiert wird die Veranstaltung von der Ausstellung „Byłam na Czarnym Proteście. Ich war auf dem Schwarzen Protest“ mit Memes der bekannten polnischen Künstlerin Marta Frej sowie mit Fotos von verschiedenen polnischen Fotografinnen und Fotografen unter dem Titel „Czarny Protest/ Schwarzer Protest: Szczecin 03.10.2016“ Die Ausstellung ist vom 16. November bis zum 10. Dezember 2018 zu sehen.

Eine Veranstaltung des DemokratieLaden Anklam in Kooperation mit dem Deutsch-Polnischen Verein für Kultur und Integration e. V. sowie dem Stettiner Verein CZAS DIALOGU.

Das Projekt Mutter

Theater Vorpommern

Anklamer Str. 106/ Robert-Blum-Str.

20:00 Uhr

Eintritt:12/8 Euro

Was heißt es für einen selbst, ein „guter Vater“ oder eine „gute Mutter“ zu sein? In der Inszenierung „Mutter” sind dazu starke Töne zu hören: Erbarmungslos räumt das Stück mit den Mythen zur Mutterschaft auf, mit den großartigen Theorien und glücksseligen Beschreibungen in einschlägigen Büchern, nach denen die junge Mutter in einem fort vor Liebe leuchtet, alles außergewöhnlich und voller Andacht erstrahlt, das Kindlein allerhöchstens leise weint und keineswegs etwa stundenlang schreit. Doch sieht die Wirklichkeit tatsächlich so aus? Die Wahrheit ist nackt, physiologisch, ein Haufen Wirrnis, die Erschöpfung schlafloser Nächte, eine mörderische Lust, den Säugling irgendwie zum Schweigen zu bringen. Neben der grenzenlosen Liebe zum eigenen Kind hat man bisweilen schlichtweg genug von ihm, das ist menschlich und natürlich. Davon aber spricht man nicht laut, denn sogleich würde sich jemand finden, noch heiliger als die Heiligen, der allein mit Blicken DAS Wort ausspräche: Rabenmutter. So schweigen die Mütter, vergraben ihren Frust irgendwo in den eigenen Tiefen oder spülen ihn in die Weiten des Internets, anonym in irgendeinem Blog. Kana jedoch hat sich entschieden, nicht zu schweigen – das Theater bringt die dunklen Untiefen der Mutterschaft ins helle Bühnenlicht: Warum denn auch nicht?

Das Teatr Kana besteht seit 1979. Zunächst war es ein Studententheater, das jedoch nach und nach an künstlerischer Reife und organisatorischer Selbstständigkeit gewann. Ein Durchbruch für das Teatr Kana waren die beiden Stücke nach Texten von Venedikt Erofeev: „Moskva-Petuški“ (1989) und „Nacht“ (1993). Heute gehört das Teatr Kana zu den etablierten Theatern der Stadt Szczecin und zeichnet sich durch zeitgenössische Stücke in moderner und poetischer Umsetzung aus.

Herzliche Einladung – nicht nur an Frauen und Mütter, sondern auch an Väter, Partner und Singles – zu dieser überraschenden, ironischen und humorvollen Performance!

Mitwirkende

Bibiana Chimiak

Marta Giers-Sanecka

Karolina Sabat

Foto: Piotr Nykowski

Warschauer Punk Pakt

Vortrag/Gespräch

Klex, Lange Straße 14

20:00 Uhr

Eintritt frei

„I wanna go over the Berlin Wall“, sang Johnny Rotten im Sex-Pistols-Hit „Holidays in the Sun“. Als der Song im Oktober 1977 erschien, war Punk längst durch den Eisernen Vorhang gesickert. Fast zeitgleich markierte die slowenische Band Pankrti mit ihrer ersten Show den Durchbruch von Punk in der sozialistischen Öffentlichkeit und im gleichen Jahr gründeten sich in Ungarn die Konzept-Kunst-Band Spions sowie in Polen die Walek Dzedzej Pank Bend und KSU. „Warschauer Punk Pakt“ ist eine Entdeckungsreise in diese zumeist eher unbekannte Subkultur hinter dem Eisernen Vorhang und zugleich das erste umfassende Nachschlagewerk des osteuropäischen Punks bis zum Systemkollaps 1989, inklusive Anspieltipps, Auswahldiskografien und einer ausführlichen Filmografie.

Alexander Pehlemann, Herausgeber dieses Anfang des Jahres im Ventil Verlag erschienenen Zonic-Spezials, stellt das Buch zum polenmARkT 2018 mit einem besonderen Fokus auf den polnischen Punk vor und diskutiert dessen Besonderheiten anschließend mit Pawel Gumola, dem Sänger der legendären Band Moskwa.

Punk-Legende MOSKWA

Einlass: 20:30 Uhr
Beginn: 22.00 Uhr

Klex, Lange Str. 14

Eintritt: 6 Euro

Support: BAGKS (Greifswald) & Restposten (Greifswald)

Im Polen der 1980er Jahre ging es beim Punkrock um harte und aggressive Musik. Ungeachtet der Feindseligkeit des kommunistischen Staates hat der polnische Punk überlebt und ist immer noch in einigen sozialen Kreisen beliebt. Provokation und Rebellion waren zwei Werte, die als Inspirationsquelle für die polnische Punk-Künstler-Kreation betrachtet werden konnten. Die Texte polnischer Punkrockbands waren gegen Konformität, Massenproduktion und Konsum, Dummheit, soziale Ungleichheit und kommunistische Systemheuchelei. Punk-Musik in Polen bot die Gelegenheit, Meinungen zu äußern, die den offiziellen Ansichten des kommunistischen polnischen Staates in den 1980er Jahren grundsätzlich zuwiderliefen. So wurde Punk von den roten Autoritäten zensiert. Punk wurde als Gefahr für "die Volksdemokratie" wahrgenommen. Paradoxerweise hat das kommunistische "Verbot der Punk-Kreation" den Punk unter der polnischen Jugend viel populärer gemacht. Die Lieder widmeten sich alltäglichen Problemen, die nicht nur von Jugendlichen, sondern auch von Erwachsenen dieser harten Zeiten zu bewältigen waren.

 

Aus Łódź kommt die 1983 gegründete Hardcore-Legende Moskwa, die schon mit der Namenswahl offensiv eine kritische Position gegenüber dem durch die Sowjetunion dominierten System signalisierte. Rasant und radikal, wurden Moskwa schnell eine der populärsten Bands des vibrierenden Polenpunks.

Besetzung:

Paweł "Guma" Gumola (Gitarre, Gesang), Piotr "Rogoza" Rogoziński (Bassgitarre, Gesang) und Tomek "Pałker" Gron (Schlagzeug).

www.moskwa.band.pl

 http://www.facebook.com/MoskwaPunk