Donnerstag 15.11.

Lesungen für Kinder mit Zofia Stanecka und Jan Holten

Do, 15.11.2018

09:15 Uhr Stadtbibliothek Hans Fallada, Knopfstr. 18-20

11:00 Uhr SchwalBe, Maxim-Gorki-Straße 1

Fr, 16.11.2018

9:00 Uhr & 10:00 Uhr Kita "Randow Spatzen", Löcknitz

In Polen ist Zofia Stanecka vor allem als Autorin der beliebten Bücherserie über Basia bekannt – Basia, das fünfjährige Mädchen mit dem buntgestreiften Shirt, das in Erzählungen wie "Basia und ihre Freunde" ("Basia i przyjaciele. Anielka") oder "Basia und die Freiheit" ("Basia i wolność") zahlreiche Abenteuer erlebt. Viele ihrer Erlebnisse sind lustig, andere sprechen ernstere Themen an. Mit ihren Erzählungen wendet sich Zofia Stanecka hauptsächlich an Kinder im Alter von 5 bis 9 Jahren. Ein ihr wichtiges Anliegen ist es, Eltern zu ermutigen, ihren Kindern wieder mehr vorzulesen und mit älteren Kindern, die bereits selbstständig lesen, über die Geschichten zu sprechen. Denn viele Situationen, die Basia erlebt, betreffen auch Kinder in ihrem alltäglichen Kindergarten- und Schulleben. Die Kinderbuchautorin schreibt außerdem über Trolle ("Kto polubi Trolla? Czytam sobie 1" - "Wer liebt Trolle? Mein erstes Lesebuch" oder "Troll i zawody" – "Der Troll und die Berufe") und sagt dazu: "Ich schreibe gern über Geschöpfe, die anders, vielleicht etwas seltsam sind. So wie Trolle. Was würde passieren, wenn man sie liebgewinnt? Vielleicht sind sie ja gar nicht grausam?"

Zofia Stanecka führt ihre Leserschaft auf weise und zugleich humorvolle Art in eine Welt von unbegrenzter Fantasie, alltäglich-ungewöhnlichen Abenteuern und wahrer Freundschaft ein.

Im Rahmen des Kulturfestivals werden die Autorin und der beliebte, von den Kindern stets begeistert aufgenommene Theaterpädagoge Jan Holten vier Lesungen mit ausgewählten Abenteuergeschichten des Mädchens Basia und des Trolls Alojz gestalten.

18.00 Uhr

Eröffnung

Feierliche Eröffnung  & Lesung mit Karolina Kuszyk und Paulina Schulz

Alfried Krupp Wissenschaftskolleg, Martin-Luther-Straße 14

Eintritt frei

Die festliche Eröffnung des Festivals mit dem Ehrengast Karolina Kuszyk und der Verleihung des Förderpreises für deutsch-polnische Zusammenarbeit bildet den fulminanten Auftakt für 10 Tage Kunst, Kultur und Wissenschaft aus Polen in Greifswald und Vorpommern.

Karolina Kuszyk (geb. 1977) ist Schriftstellerin, Journalistin und Literaturübersetzerin. Sie schreibt und publiziert auf Deutsch und auf Polnisch (Zeit Online, Deutschlandradio Kultur, Zadra, Tygiel kultury, Wyspa, Notes Wydawniczy, OderÜbersetzen). Sie war DAAD-Stipendiatin und translator in residence im Übersetzerhaus Looren in der Schweiz, Preisträgerin im „Poetry Slam der slawischen Sprachen“ und im Märchenwettbewerb der Zeitschrift Charaktery. Seit 2014 unterrichtet sie literarische Übersetzung und Literaturkritik an der Europa Universität Viadrina in Frankfurt (Oder).

Einen weiteren Höhepunkt stellt die festliche Verleihung des Förderpreises für deutsch-polnische Zusammenarbeit an der Universität Greifswald dar. Mit dem Förderpreis wird die Forschungsarbeit junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet, die im Rahmen einer deutsch-polnischen Zusammenarbeit entstanden ist oder einen bedeutenden Beitrag im Kontext der deutsch-polnischen Beziehungen leistet.

Der Abend wird musikalisch umrahmt von Hubert Szczęsny. Szczęsnys unverwechselbare Stimme und sein unvergleichlicher Stimmklang übertragen sich auf schöne Kompositionen, die sich dem Musikgenre „World Music“ zuschreiben lassen. Ab 22 Uhr wird Hubert Szczęsny die Besucher im Cafe Ravic mit seiner Stimme verzaubern.

Zum Abschluss wird beim traditionellen Buffet noch Zeit und Raum für Begegnungen bleiben, um den Eröffnungsabend ganz im Zeichen des kulturellen Austausches ausklingen zu lassen.

 

Ehemals deutsch: über polnische Schicksale deutscher Dinge

Lesung mit Karolina Kuszyk und Paulina Schulz

Das Buch „Poniemieckie“ („Ehemals deutsch“) beschreibt Biografien deutscher materieller Hinterlassenschaften auf den Gebieten West- und Nordpolens, die 1945 infolge der Potsdamer Konferenz Teil des polnischen Staates wurden. Es erzählt Geschichten einzelner Gegenstände „aus deutscher Zeit“, die nach dem zweiten Weltkrieg ihre Besitzer wechselten, wie etwa die Geschichte des Mobiliars, das in vielen polnischen Häusern jahrzehntelang nicht weggeworfen wurde. Zuerst aus Angst, die Deutschen kämen zurück, später aus Sentimentalität und Zuneigung. Es erzählt Geschichten der Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs, wie Teller, Tassen, Küchenutensilien, Besteck, sowie der Bilder, Bücher oder Weihnachtsdekorationen, die nicht selten zum „Familienerbe“ erklärt werden, ohne einen Hehl aus ihrer deutschen Vergangenheit zu machen. Außer mit den Biografien der Dinge erfolgt auch eine Auseinandersetzung mit dem Thema Häuser und Friedhöfe.

Das Titelwort „poniemieckie“ („ehemals deutsch“) ist ein Neologismus, der nach 1945 einen festen Platz in der polnischen Sprache einnahm. Das Verhältnis der Polen zum deutschen Erbe veränderte sich mit der Zeit, bleibt aber bis heute ambivalent. „Poniemieckie“ hat daher mehrere Konnotationen: von „feindlich“ oder sogar „faschistisch“ über „fremd“, „unheimlich“, „ungewollt“ bis zu „qualitativ gut“, „nützlich“, „schön“, „vintage“ oder „gemütlich“.

Karolina Kuszyk bereiste West- und Nordgebiete Polens und suchte Antworten auf die Frage, was mit diesem Wort assoziiert wird. Sie sprach mit Menschen, die im Besitz von „deutschen Dingen“ sind und diese, reflektiert oder auch unreflektiert, benutzen, mit Sammlern und Sammlerinnen, mit Aktivistinnen und Aktivisten, die sich für den Erhalt des deutschen materiellen Erbes engagieren ebenso wie mit Menschen, die immer noch nach „deutschen Schätzen“ suchen. Das Buch ist nicht als sentimentale Reise auf der Suche nach der verlorenen Zeit gedacht, sondern als eine Auseinandersetzung damit, wie man mit dem Fremden im Eigenen umgeht. Es ist der Versuch der Autorin, die in Legnica (Liegnitz)/Niederschlesien geboren und aufgewachsen ist, der ambivalenten Verwurzelung in ihrer „ehemals deutschen“ Heimat auf den Grund zu gehen:

„Ich bin eine „Fremde“, die durch die Straßen streift und versucht, die Farbschichten abzukratzen, mit denen deutsche Aufschriften übermalt wurden, die Palimpseste zu entziffern. Denn so oft sie auch übermalt wurden, kamen die Aufschriften wenigstens zum Teil ans Tageslicht und inspirierten mich früher zu den verschiedensten Theorien, die dem Kindesalter so eigen sind. Zum Beispiel jener, dass Deutsch so etwas wie die Sprache der Ahnen war, ein uralter Dialekt, den früher alle Menschen sprachen, ein Code aus der Zeit vor dem Turmbau zu Babel.“ (Karolina Kuszyk)

„Poniemieckie“ erscheint im polnischen Verlag W.A.B. voraussichtlich im Herbst/Winter 2018.

 

 

Hubert Szczęsny & Jacek Winkiel

Cafe Ravic

Johann-Sebastian-Bach-Straße 20

ab 22 Uhr

 

Mit ausdrucksstarker Stimme und fesselnder Bühnenpräsenz fühlt sich Hubert Szczęsny, Sänger und Komponist, bei Nie strzelać do pianisty (Bitte schießen Sie nicht auf den Pianisten) auf jeder Bühne wohl und führt dabei unterhaltsam und souverän durch das Programm.
Unter anderem war er Viertelfinalist in der Fernsehsendung The Voice of Poland 2015, Viertelfinalist vom 30th International Blues Challenge in Memphis/Tennessee 2014 und Preisträger auf der Regionalebene des weltweiten Hard Rock Rising Wettbewerbs 2012. Hubert Szczęsny hat bereits bei unzähligen Bluesfestivals für Begeisterung gesorgt. Er spielt eigene Arrangements, Blues Standards und guten Pop.