Dienstag 20.11.

Wieża. Jasny dzień. (Tower. A Bright Day.) Thriller von Jagoda Szelc

Schloss Griebenow,

Schlossweg 3, 18516 Süderholz

19:30 Uhr

Winterkino & polenmARkT

Polen 2017, 106 min, in polnischer Sprache mit deutschen Untertiteln

Ein ländliches Idyll in den südpolnischen Hügeln, eine junge Familie hat die Renovierung ihres Hauses noch nicht beendet. Aber es ist genug Platz, um die ganze Familie zur Erstkommunion von Mulas Tochter Nina einzuladen. Auch Mulas Schwester Kaja kommt zum Fest – aber was folgt, ist das Gegenteil eines Familienidylls. Denn Kaja, vor sechs Jahren plötzlich verschwunden, bekommt zur Begrüßung erst einmal einen Verbotskatalog vorgelegt. Vor allen Dingen darf sie auf keinen Fall erwähnen, dass sie in Wirklichkeit Ninas Mutter ist. Damit beginnt ein Kammerspiel voller Verdächtigungen, unterdrückter Aggressionen, unausgesprochener Wahrheiten und unerwarteter Wendungen. Die destruktive Stimmung lässt nichts Gutes erwarten, irgendetwas liegt in der Luft, irgendetwas wird passieren. Was hat Kaja vor? Vorahnungen, Symbole und Ungewissheiten erzeugen eine aufgeladene Atmosphäre in diesem Familiendrama, der zugleich metaphysischen Thriller ist.


Der Debütantin Jagoda Szelc gelingt mit ihrem ersten Langfilm ein atmosphärisch unglaublich dichtes Kammerspiel, das sich immer wieder auf das Genre des Psychothrillers beruft und gleichzeitig durch frische Ideen bei Inszenierung, Schnitt und Ton überrascht. Das verrätselte Vexierspiel reizt  das Unterbewusstsein und erreicht dabei eine Intensität, die in den besten Momenten an die Werke David Lynchs erinnert. Jagoda Szelc ist eine Newcomerin, die die Kinowelt im Sturm eroberte: Zahlreiche prestigeträchtige Preise, hervorragende Kritiken und die Präsentation des Erstlingsfilms bei der Berlinale 2018 sprechen eine deutliche Sprache.

In Kooperation mit Winterkino e.V.

Club der polnischen Versager. Satireshow

Stralsund, Mönchstr. 12

20 Uhr

Eintritt frei

 

„Der Club polnischer Versager hat sich sehr der Satire verschrieben. Satire als ein Sprachrohr, als eine Möglichkeit aufzuklären, als eine Möglichkeit in Kommunikation zu treten.“ Adam Gusowski

Piotr Mordel (Grafiker und Verleger) und Adam Gusowski (Journalist) sind zwei der Gründungsmitglieder des Clubs der polnischen Versager, der 2001 von in Berlin lebenden polnischen Künstlern gegründet wurde und dessen Ziel der deutsch-polnische Kulturaustausch ist. Nach inzwischen 16 erfolgreichen Jahren ist ein multimediales Gesamtkunstwerk aus dem Club geworden. Neben dem Berliner Lokal des Clubs in der Ackerstraße 170, in dem regelmäßig Lesungen, Konzerte, Theaterstücke, Filmvorführungen und Parties stattfinden, hat der Club auch eine eigene Radiosendung im WDR Kanal Funkhaus Europa, eine feste Sparte in der RBB-Sendung Kowalski trifft Schmidt und begeistert auch außerhalb Berlins mit Live-Veranstaltungen wie der Leutnant Show. Mit den kommerziell erfolgreichen Multikulti-Comedystars der deutschen Fernsehlandschaft kann man den Club der polnischen Versager nicht vergleichen. Bei einem Treffen mit Adam Gusowki und Piotr Mordel kommt man oft ins Grübeln: Meinen die das jetzt ernst, oder sollte das ein Scherz sein? Wenn es jedoch ein Scherz sein sollte, warum lachen die dann jetzt nicht?

Wenn man an die unterschiedlichen Aktivitäten des Clubs denkt, dann scheint es, als hätten die Versager gar nicht versagt. Schließlich treffen sich im Club jedes Wochenende Menschen aus Deutschland, Polen und anderen Ländern, um zu diskutieren und zu feiern – ganz nebenbei leisten die „Versager“ damit eine ausgesprochen erfolgreiche Integrationsarbeit.

 

Eine Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kooperation mit dem polenmARkT e.V.