Montag 26.11.

Kriegsende und neue Konflikte. Das Jahr 1918 und das deutsch-polnische Verhältnis (Prof. Dr. phil. Joerg Hackmann, Universität Stettin)

Vortrag

Krupp-Kolleg, Martin-Luther-Str. 14

18:00 Uhr

Eintritt frei

Die Erinnerung an den November 1918 könnte in Deutschland und Polen kaum unterschiedlicher sein. In Polen steht im Vordergrund die Wiedererlangung der Unabhängigkeit nach mehr als 120 Jahren Teilungszeit, der Neuaufbau des Staates mit einem Territorium, das den Zugang zur Ostsee und die östlichen Metropolen Wilna und Lemberg einschloss. In Deutschland dagegen ist das Bild geprägt vom Ende des Kaiserreiches, von territorialen Verlusten und dem Streben nach Revision der Friedensbedingungen.

Welche Möglichkeiten gab es angesichts dieser entgegengesetzten Ausgangslagen für einen Neuanfang in den deutsch-polnischen Beziehungen? Waren neue Konflikte zwangsläufig oder gab es auch konstruktive Lösungsansätze? Der Rückblick auf das Jahr 1918 anlässlich der 100. Jahrestage des Kriegsendes und der Unabhängigkeit Polens wird sich mit den deutsch-polnischen Verflechtungen in den Jahren zwischen den Weltkriegen befassen. Im Blickpunkt werden dabei Grenzprobleme, die Situation nationaler Minderheiten und publizistische Fehden stehen.

Prof. Dr. Jörg Hackmann ist Alfred-Döblin-Professor für osteuropäische Geschichte an der Universität Stettin und Privatdozent an der Universität Greifswald; Promotion in Geschichte 1994 an der FU Berlin; Habilitation 2007 an der Universität Greifswald. Zahlreiche Gastprofessuren, u.a. in Chicago, Joensuu, Riga, Södertörn. Forschungsschwerpunkte: Geschichte Ostmittel- und Nordosteuropas, Geschichte der Zivilgesellschaft, Historiographiegeschichte und Erinnerungskulturen. 

Lesung aus der 6. Anthologie der Reihe Neue Nordische Novellen „Im großen Kreis“ und ein Expertengespräch mit der Übersetzerin Paulina Schulz-Gruner

Lesung & Musik

Café Küstenkind, Lange Str. 69

20 Uhr

Eintritt frei

Unter dem Titel „Im großen Kreis“ sind ins Deutsche übersetzte Geschichten aus Island, von den Färöern, aus Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland, Estland, Polen, Tschechien, Russland und aus der Ukraine erschienen. Anlässlich des polenmARkTs rücken bei einer Lesung in Greifswald übersetzte Kurzgeschichten aus Osteuropa in den Fokus, gelesen von beteiligten Übersetzerinnen und Übersetzern.

Die mittlerweile sechste Anthologie der Reihe Neue Nordische Novellen vereint fantastische und realistische, spannende, bewegende und zum Nachdenken anregende Kurzgeschichten aufstrebender Schriftstellerinnen und Schriftsteller aus Nord- und Osteuropa, die alle einen thematischen Bezug zum Oberbegriff "Grenzen" aufweisen. Die Übersetzungen aus elf Sprachen entstanden im vergangenen Jahr im Rahmen eines von interStudies geförderten Projekts als Zusammenarbeit von Studierenden der Institute für Skandinavistik und Fennistik sowie Slawistik und Baltistik. Am Ende des Projekts stand die Veröffentlichung der Anthologie 2018 im Greifswalder freiraum-verlag.

Nach der Lesung wird der Greifswalder Klangwerker Huey Walker mit seiner Musik für gute Stimmung sorgen. Wenn er nicht gerade installatorische Aufbauten errichtet, in denen mehrere Gitarren von Pendeln oder Wassertropfen gespielt werden, schichtet Huey Walker "ganz herkömmlich", mit verschiedenen Saiten- und Tasteninstrumenten berückende Improvisationen aufeinander.